Antikörper

Antikörper: die Waffen des Immunsystems

Bei Antikörpern, beziehungsweise Immunglobulinen, handelt es sich um spezielle Proteine, die einen wichtigen Teil des Immunsystems ausmachen. Sie werden in den weißen Blutzellen, den Leukozyten, gebildet.

Ein wesentliches Merkmal von Antikörpern ist die Tatsache, dass das Auftreten bestimmter Schadstoffe, sogenannter Antigene, stets dafür sorgt, dass ein bestimmter Antikörper gebildet wird, welcher genau diesen einen Stoff unschädlich machen kann.

Zum Teil können Antikörper aber auch verwandte Fremdstoffe erkennen, was sich bei einigen Impfungen zunutze gemacht wird.

Wirkungsweise

Antikörper erkennen ein bestimmtes Antigen und verbinden sich mit diesem, um es auf diese Weise unschädlich zu machen. Vereinfacht gesagt funktioniert das wie bei einem Schlüssel und dem dazu passenden Schloss.

Antikörper können auf verschiedene Art wirken. Sie können sich beispielsweise an das Antigen heften und es dadurch schlicht und einfach blockieren, sodass es seine schädliche Wirkung nicht mehr entfalten kann.

Eine weitere Möglichkeit ist, dass der Antikörper das Antigen durch das Anheften markiert und dieses dann von sogenannten Fresszellen aufgenommen wird. Darüber hinaus können Antikörper unter anderem auch für die Aktivierung von sogenannten Killerzellen sorgen, die die betroffene Zelle dann abtöten.

Unterschiedliche Arten

Es gibt verschiedene Arten von Immunglobulinen. Immunglobulin A wird unter anderem von den Schleimhäuten abgesondert und dient auf diesen als Barriere gegen das Eindringen von Krankheitserregern.

Immunglobulin D ist im Blut enthalten. Seine genauen Funktionen sind bislang noch nicht bekannt. Immunglobulin E dient vor allem der Abwehr verschiedener Parasiten, die sich im Körper einnisten können, und spielt zudem eine wichtige Rolle bei Allergien.

Immunglobulin G wirkt in erster Linie gegen Bakterien und Viren und wird erst mit einer Verzögerung von etwa drei Wochen produziert. Im Unterschied dazu, wird Immunglobulin M sofort gebildet, sowie das entsprechende Antigen erkannt wird.

Bedeutung und Probleme

Für die Gesundheit unseres Körpers ist es unverzichtbar, dass die Antikörper richtig funktionieren und in der notwendigen Menge gebildet werden können.

Ist dies nicht der Fall, kann das zu verschiedensten Krankheiten führen. Prinzipiell lassen sich hierbei ein Mangel sowie eine Überproduktion an Antikörpern unterscheiden.

Den Antikörpermangel bezeichnet man als Hypogammaglobulinämie. Er kann sowohl angeboren als auch durch Erkrankungen erworben werden. Eine seiner Folgen ist zum Beispiel eine erhöhte Anfälligkeit für bakterielle Infekte.

Eine Überproduktion an Antikörpern bezeichnet man hingegen als Hypergammaglobulinämie. Sie kann unter anderem durch chronische Entzündungen oder auch eine Leberzirrhose verursacht werden.

Wenn der Körper Antikörper, die die eigenen Zellen angreifen, produziert, handelt es sich dabei um eine Autoimmunerkrankung. In diesem Fall bekämpft sich der Körper vereinfacht ausgedrückt selbst. Beispiele für solche Autoimmunerkrankungen sind unter anderem Morbus Crohn und Multiple Sklerose.